Bezirksverband
Hamm - Kreis Unna
der Kleingärtner e.V.

 

                           Mein gesunder Obst- und Gemüsegarten

Welche Schadursachen gibt es eigentlich im Obst- und Gemüsegarten.

1. Krankheiten

2. Schädlinge

Drei verschiedenen Krankheitserregergruppen gibt es.

1a. Virose Krankheiten

1b. Bakterielle Krankheiten

1c. Pilzliche Krankheiten



Schädlinge gibt es:

2a. die Nematoden

2b. die Milben

2c. die Insekten


1. Krankheiten
werden immer durch Mikroorganismen verursacht, die entweder passiv oder aktiv in die Pflanze eindringen.

1a. Virose Krankheiten

Gerade Virose Krankheiten nehmen im Obstgarten immer mehr an Bedeutung zu. Nach dem Eindringen in die Pflanze vermehren sich die Viren auf Kosten der Wirtspflanze. In der Gartenanlage werden die Viren in erster Linie durch saugende Schädlinge wie Blattläuse und Schildläuse übertragen.

1b. Bakterielle Krankheiten
Bakterien sind einfache, etwa eintausendstel Millimeter kleine Lebewesen. Die Bakterien dringen meist durch Wunden oder Narben in die Pflanze ein.

1c. Pilzliche Krankheiten

Pilze sind die wichtigsten Krankheitserreger. Pilze verbreiten sich durch sog. Pilzsporen. Die winzigen Pilzsporen werden in erster Linie durch Luftbewegung, Tiere, Regenspritzer, aber auch durch Werkzeug auf immer neue Pflanzen übertragen. Damit es überhaupt zur Infektion kommen kann, brauchen diese Pilze unbedingt Feuchtigkeit. Deshalb sind alle Maßnahmen, die das abtrocknen der Pflanzenteile beschleunigen ein vorbeugender Schutz gegen alle Pilzkrankheiten.

2. Schädlinge
Tierische Schädlinge verursachen bei den Pflanzen Gewebeverluste, sei es durch Saug- oder Fraßtätigkeit. Es kommt dann hier auch nicht unbedingt auf die Größe des Tieres an. Die kleinsten Tiere sind hier die gefährlichsten, weil sie sich bei günstigen Wetterverhältnissen ungestört, relativ schnell, in kurzer Zeit zu Millionen vermehren können.

2a. Nematoden
Sie werden auch Älchen oder Fadenwürmer genannt. Es handelt sich hier um weniger als 1 mm lange Würmer.

2b. Milben
Bei Milben handelt es sich um winzige, meist unter 1 mm lange Vertreter der Spinnentiere. Milben haben aber viele natürliche Feinde. Z.B. die Raubmilben, Raubwanzen und die Florfliegenlarve. Deshalb sollte hier bei der Bekämpfung auch nur nützlingsschonende Maßnahmen durchgeführt werden

2c. Insekten
Hier handelt es sich um die größte und bedeutendste Schädlingsgruppe überhaupt. Sie beschädigen durch ihre Fraß- und Saugtätigkeit alle Pflanzenteile von der Wurzel bis zu den Früchten.
Zu den Insekten gehören auch noch die Blattläuse.
Die stechen das Pflanzengewebe an und saugen den Pflanzensaft aus, was Tausende von winzigen Verletzungen bedeutet. Sie scheiden beim Anstechen die für die Pflanze giftigen Speichelsubstanzen aus, was zusätzlich die benachbarten, nicht angestochenen Pflanzenzellen abtötet.
 

P f l a n z e n s c h u t z
Bevor wir sofort mit der chemischen Keule an die Arbeit gehen, sollten wir doch zuerst einmal daran denken, geht es nicht auch Umweltfreundlicher.
 

Indirekten Pflanzenschutz
Zu denen gehören die Sortenwahl und die Ernährung.
Bei der Sortenwahl bitte daran denken, resistente Pflanzen kaufen. Bei der Ernährung sollten wir daran denken, dass bei allen Obstgewächsen eine kalibetonte Vollernährung durchgeführt werden sollte. Bei den Gemüsepflanzen sollte die Volldüngung, über Monate während die Pflanzen wachsen, in mehrere Portionen aufgeteilt werden.


Direkte Pflanzenschutzmaßnahmen

Dazu gehören die
a. Biotechnische Maßnahmen
b. Biologischer Pflanzenschutz
c. Chemischer Pflanzenschutz

a. Biotechnische Maßnahmen
Dazu gehören die Farbtafeln, Duftfallen (Pheromonfallen) und die Leimringe.

b. Biologischer Pflanzenschutz
Die bekanntesten Bio-Präparate sind die mit dem Bakterium „Bacillus thuringiensis“, die gegen einige Schmetterlingsraupen wirken. Dieses Präparat wird im Spritzverfahren ausgebracht und sie gelangen durch die Fraßtätigkeit in dem Darm. Durch eine Darminfektion werden die Raupen dann vernichtet. Zu den Bio-Präparaten kann man eventuell auch alle Jauchen und Tees zählen. Aber auch alle nützlichen Insekten wie Raubmilben, Schlupfwespen und Gallmücken kann man hinzu zählen.

c. Chemische Maßnahmen
Man denke daran, dass chemische Mittel nur im äußersten Fall eingesetzt werden sollten.

Bei den chemischen Mittel gibt es die
Insektizide (Insektenbekämpfungsmittel)
Akarizide  (Milbenbekämpfungsmittel)
Fungizide  (Pilzbekämpfungsmittel)


Unbedingt beachten sollte man bei den chemischen Mitteln die Dosierung. Bei Überdosierung reicht die angegebene Wartezeit nicht aus. Die Wartezeit ist in Tagen angegeben. Wartezeit ist die Zeit zwischen der letzten Anwendung und der Ernte. Was muss ich noch beachten. Jeder Kleingärtner sollte wissen ob er in einem Wasserschutzgebiet liegt. In den Wasserschutzgebieten dürfen keine mit der Wasserschutzgebietsauflage
(W-Auflage) gekennzeichneten Produkte ausgebracht werden. Besondere Vorsicht ist geboten bei den orange-schwarzen Gefahrsymbolen auf den Packungen.
Die Gefährlichsten sind die mit dem Totenkopf gekennzeichneten sehr giftigen (T +) und giftigen (T) Produkten.

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