|
Kompostierung - die natürlichste Sache der Welt
Ein gesunder, lebender Boden ist die Grundlage für die Lebensmöglichkeiten von Pflanzen, Tieren und auch Menschen. Die Erdkrume, von der alle Lebewesen abhängig sind, ist nur etwa 20 bis 30 Zentimeter dick. Es muss deshalb im Interesse jedes einzelnen liegen, diese dünne Humusschicht gesund und fruchtbar zu erhalten. Bei der Kompostierung handelt es sich keineswegs um eine komplizierte Wissenschaft! Jedermann kann mit einfachen Mitteln und auf kleinster Fläche einen Kompost betreiben. Wenn Sie einige Regeln bei der Kompostierung beachten, treten keine unangenehmen Gerüche auf, und Sie werden bald zufrieden stellende Ergebnisse erzielen Die Kompostierung ist ein Vorgang von fortwährenden Zersetzungs- und Umsetzungsprozessen nach dem Prinzip “fressen und gefressen werden”. Ganz bestimmte Mikroorganismen sind in der Lage, organische Materialien zu fressen bzw. zu zersetzen. Damit aus organischen Materialien guter Kompost entsteht, benötigen die Mikroorganismen bestimmte Lebensbedingungen.
 Drei Faktoren sind für sie lebensbestimmend: 1. ausreichend Feuchtigkeit 2. ausreichend Luftversorgung. 3. unterschiedlich zusammengesetztes organisches Material Feuchtigkeit:
1. In unseren Bereichen ist eine ausreichende Feuchtigkeit meist gegeben.
2. Luftversorgung:
Der Luftversorgung ist besondere Bedeutung zu schenken. Feine Hohlräume im Kompost ermöglichen ein Nachströmen der Luft. Solche Hohlräume werden durch sogenannte Strukturmaterialien geschaffen, wie Stroh, Heckenschnitt und bis zu 1 Zentimeter dicken Strauch- und Baumschnitt. Dieses grobe Material muss unter feine, strukturarme Stoffe wie Rasenschnitt, Laub, Gemüse und Küchenabfälle gemischt werden. Oft unterbleibt die Zugabe von Strukturmaterial. Aus Unkenntnis werden nur die feinen Gartenabfälle kompostiert, im Glauben, diese müssten sich doch schneller zersetzen. Auch wenn das grobe Material sich nicht so schnell zersetzt, verläuft die Kompostierung mit ihnen doch schneller und geruchlos ab. Unangenehme Gerüche entstehen immer nur, wenn etwas mit der Luftversorgung im Kompost nicht stimmt. Die organischen Stoffe verrotten dann nicht, sondern sie faulen.
3. Was eignet sich zum Kompostieren?
|
Strukturarmes Material - Strukturreiches Material
|
|
Rasenschnitt
|
Stallmist
|
Kaffeesatz
|
Wellpappe
|
Stroh
|
|
Moos
|
Topferde
|
Eierschalen
|
Zeitungspapier
|
Baumschnitt
|
|
Wildkräuter
|
Pflanzenabfall
|
Speisereste
|
Papiertücher
|
Strauchschnitt
|
|
Blumen
|
Baumnadeln
|
Obstschalen
|
Obsttüten
|
Heckenschnitt
|
|
Laub
|
Sägespäne
|
Teereste
|
Brötchentüten
|
Stauden
|
|
Anlegen eines Komposthaufens
 Den Komposthaufen an einem schattigen aber nicht zu dunklen Gartenplatz anlegen. Der Kompost sollte ebenerdig auf dem naturbelassenen Gartenboden angelegt werden. Eine Kompostierung in einer Grube ist wegen mangelndem Luftzutritt nicht zu empfehlen. Damit die Bodenlebewesen in den Kompost einwandern können, darf der Untergrund nicht mit Steinen ausgelegt oder betoniert sein. Die erste Schicht über dem Gartenboden dient der Luftzufuhr und muss einen Wasserabfluss ermöglichen. Deshalb wird zuerst, strukturreiches Material, wie Reisig, Strauch- und Baumschnitt, ca. 20 Zentimeter dick ausgelegt. Auf dieser Unterlage wird dann der Komposthaufen aufgebaut. Hierauf können nun die Abfälle -strukturarmes und strukturreiches Material gemischt- aufgebracht werden. Ist im Laufe der Zeit eine Höhe von ca. 30 cm erreicht, sollten einige Hände von stickstoffhaltigen tierischen Düngern wie Horn- und Blutmehl, eventuell auch Knochenmehl und etwas kohlensauren Kalk oder Algenkalk über den Haufen gestreut werden. Nach einer dünnen Schicht feuchter Erde kann die nächste Abfallschicht folgen, die wiederum mit Stickstoffdünger, Kalk und Erde abzudecken ist.
zurück

|